Liebe Gemeinde,

 

 zu Ostern grüßen wir Sie und Euch ganz herzlich und wünschen ein gesegnetes Osterfest, dass wir zu gern gemeinsam  gefeiert hätten.

 

Normalerweise ist es das Erwachen der Natur nach einem trostlosen Winter, das uns einen Hauch davon gibt, was Auferstehung bedeutet. Was tot scheint, erwacht zu neuem Leben. Osterglocken leuchten uns entgegen. Frische Triebe an Büschen und Bäumen zeigen uns den Aufbruch neuen Lebens. Das ist auch sicher dieses Jahr so. Wer würde nicht gern in diesen Tagen das schöne Wetter genießen und den Frühling und die Sonne in sein Herz lassen?

 

Aber eine nie dagewesene Situation in diesem Jahr zwingt uns eine Last auf, die kaum zu tragen ist. Ein Virus hat es geschafft, dass das gesellschaftliche Leben nahezu zum Erliegen kommt, hält uns auf Distanz, lässt uns voneinander Abstand nehmen. Es bringt uns in eine Isolation, dass man wie in den Erzählungen über die Aussätzigen in der Bibel umeinander einen großen Bogen macht, statt aufeinander zuzugehen.

 

Wir danken allen, die auch in dieser schweren Zeit nicht nachlassen, für andere Menschen da zu sein. Die auch trotz des Risikos unermüdlich ihren Dienst tun und neue Kreativität entwickeln, die auch in der Krise anderen Mut machen und sie stärken.

 

Die Passionszeit in diesem Jahr lässt uns ganz anders als sonst die Leiden Jesu mitgehen. Das Leiden ist greifbar. Und die Nachrichten tragen es in unsere Herzen, auch wenn hoffentlich möglichst viele von uns noch von diesem Virus verschont geblieben sind. Die Zahl der Opfer trifft uns hart, der Infizierten, aber noch mehr derjenigen, die den Kampf gegen den Virus nicht überstanden haben.

 

Ein Gründonnerstag steht uns bevor. Grün kommt ja bekanntlich von dem Wort greinen. Und zu beweinen gibt es im Moment genug. Auch den Karfreitag müssen wir durchstehen. Eventuell müssen wir Abschied nehmen von Menschen, die uns am Herzen lagen. Und so wie Jesu Begräbnis eine Notlösung war angesichts der knappen Zeit, die zur Verfügung stand, so sind auch die Trauerfeiern dieser Tage am Grabe und im engsten Kreise in diesen Zeiten nicht unbedingt das, was sich Trauernde vorstellen.

 

Wir alle hoffen aber auf eine Osterzeit, die uns auch die Auferstehung neu erleben lässt mitten im Leben. Eine Zeit, in der die Beschränkungen dieser Tage endlich ein Ende finden. In der wir erleben: Das Leben kehrt zurück, das wir jetzt so schmerzlich vermissen. Beziehungen können wieder neu aufleben.

 

Nein, es geht nicht nur darum, dass die Wirtschaft wieder in Schwung kommt und  Menschen wieder arbeiten können. Das ist sicherlich auch lebenswichtig. Wir brauchen eine Zeit, in der auch unsere Seele neu aufblüht. In der die Angst und die Sorge von uns abfällt, die jetzt auf unserer Seele lastet, in der in uns wieder ein neuer Geist anbricht, Hoffnung sprießt wie ein grünender Baum und Zuversicht blüht wie Blumen im Frühling.

 

Kommt, atmet auf, ihr sollt leben. Ihr müsst nicht mehr verzweifeln, nicht länger mutlos sein. Gott hat uns seinen Sohn gegeben. Mit ihm kehrt neues Leben bei uns ein.“

 

Mit diesem modernen Osterlied möchten wir Euch allen Mut machen. Atmet auf, lasst Euch nicht den Lebensmut nehmen, haltet die Hoffnung fest, die Euch  auch durch finstere Täler hindurch tragen kann. Die Zeit wird kommen, wo wir wieder aufatmen und zusammenkommen können. Wo wir wieder das Leben spüren, in uns und im Miteinander mit allen denen, die wir lieben und die uns am Herzen liegen.

 

Bleibt gesund und behütet! Und lasst Euch die Auferstehungshoffnung nicht nehmen!

 

Das wünschen wir Euch und Ihnen im Namen der ev.-luth. Kirchengemeinde Hohenwestedt

 

Pastor Wessel und Pastor Opitz